Bericht

 

ERLEBNISBERICHT

In den drei Tagen der Vorbereitung auf die Zeit draußen werden durch verschiedene Aufgaben im Kontakt mit den Wesen der Natur die Themen deutlicher, um die es gehen wird. Awa ist dabei mit ihrer Kompetenz, ihrem Einfühlungsvermögen und ihrer Präsenz eine große Unterstützung.
Sie gibt Hilfen zum Umgang mit Angst, macht mit Sicherheitsmaßnahmen vertraut, stellt das Medizinrad vor, das mich in den Tagen "draußen" intensiv begleiten wird und fragt vor allem immer wieder eindringlich nach den auftauchenden Gefühlen.

Ich fühle mich gut vorbereitet, als es in die vier Tage Einsamkeit geht und bin dennoch sehr aufgeregt. Der erste Gedanke ist, was ich bloß mit der vielen Zeit anfangen soll, die nun vor mir liegt. Das komplette Gegenteil vom Alltag!
Ich merke aber bald, dass so ganz ohne Zeitdruck die Ideen zu sprudeln beginnen. Ich nehme wahr, dass ich umgeben bin von Symbolen, mit denen mein Inneres in Resonanz geht, ob es die Brombeerblüte mit ihrem sprühenden "Feuerwerk" der Staubgefäße ist, die immer wieder abtauchende Bisamratte oder ein dicker alter Baumstumpf, der unendlich viel Leben beherbergt - ich staune und spüre immer wieder Dankbarkeit, dass die mich umgebenden Wesen mich so beschenken mit Erkenntnissen über verschiedenste Aspekte meiner Wesensnatur, mich inspirieren, meine Gefühle auf unterschiedlichste Arten auszudrücken und mich eindrücklich und unausweichlich und in dennoch von mir annehmbarer Form mit dem Dunklen, Toten, bisher Abgelehnten in Berührung bringen.

Tiefe Dankbarkeit, Einverstandensein, sprudelige Freude und eine so bisher nicht gekannte Stärke nehme ich mit aus dem Wald, und dank Awas aufmerksamer Nachbereitung und eindringlicher Vorbereitung auf die Zeit danach nehme ich diese Schätze mit wachem Bewusstsein mit in den Alltag.

Heidrun H.